Ernährungsberatung: Die 10 häufigsten Diätfehler 7.) Bei tollen Ernährungstipps skeptisch bleiben

Wenn ich ehrlich bin, mag ich den notorischen Skeptiker in der Ernährungsberatung nicht so gerne. Es kann aber nie schaden, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Wenn man sich im Ernährungssektor näher umsieht, sind viele Aussagen und angebliche Wahrheiten auf dünnem Eis gebaut, z.B. waren vor ein paar Jahren kohlenhydratreiche Diäten noch der letzte Schrei.

Dazu kommen Einzelaussagen, die zwar schön anzuhören sind, aber als Beweis nichts taugen wie z.B. meine Freundin ist die 400 m zur Arbeit, statt mit dem Auto zu fahren, zu Fuß gegangen und hat so 20 kg verloren, ohne Ernährungsumstellung und ohne Training. Mit der Ernährung ist es eben wie mit dem Fußball, alle können mitreden aber es gibt nur wenige gute Experten. Als letztes trägt die Industrie ihren Teil zur allgemeinen Verwirrung bei. Hinter tollen Vermarktungsstrategien werden fehlende Belege für die Wirksamkeit des Produktes clever versteckt.

Es kann nie schaden sich zu fragen, was hinter den Versprechungen oder den großen Erzählungen der Mitmenschen steckt bzw. ob es dafür auch Beweise gibt.

Um dies mal zu verdeutlichen habe ich ein Beispiel aus der Wissenschaft rausgesucht:

Was ist der Unterschied zwischen relativ und absolut? In Studienergebnissen wird oft von einem relativen Risiko gesprochen. Das kleine Wort „relativ“ fällt dann in Zeitungsartikeln und in der restlichen Berichtserstattung weg. Die Folgen: Der Leser denkt es wird von einem absoluten Risiko gesprochen.

Eine Studie mit 2000 Menschen soll die Wirksamkeit eines Supplements untersuchen. 1000 Menschen nehmen dieses Supplement und 1000 Menschen nehmen ein Placebo. Nach zwei Monaten haben zwei in der Placebogruppe einen Schnupfen bekommen, in der Supplement hat nur einer einen Schnupfen bekommen. Das relative Risiko ist um stolze 50% gesunken, denn es gab ja in der Supplement Gruppe nur halb so viele Infektionen. Das absolute Risiko eines einzelnen Studienteilnehmers sinkt dagegen nur um 0,1%, von 0,2 (2 von 1000) auf 0,1 (1 von 1000) Alles eine Frage der Auslegung!

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