Ernährungsberatung hat nichts mit Training zu tun? Naja, ich bin Personal Trainer, da liegt es doch auf der Hand, dass ich was zum Thema Fitness schreibe.
Hier liegen Licht und Schatten dicht beieinander. Ich arbeite in verschiedenen Fitness Studios und möchte mal zwei sehr verbreitete Trainingstypen vorstellen.
Um ein paar Klischees zu bedienen nenne ich den einen Trainingstypen den weiblichen und den anderen den männlichen Trainingstyp. Grundsätzlich kommen beide Typen bei beiden Geschlechtern vor, aber rein subjektiv gibt es klare Tendenzen!
Der weibliche Trainingstyp trainiert gerne lange, sauber und mit hohen Wiederholungszahlen, aber mit extrem wenig Gewicht. Die Folge sind oft kleine bis gar keine Trainingsfortschritte, weil der weibliche Trainingstyp einfach immer unter der nötigen Reizschwelle bleibt, um eine Anpassung (z.B. Muskelaufbau, Gewichtreduktion) zu provozieren.
Der männliche Trainingstyp trainiert unsauber, mit langen Pausen und hohem Gewicht. Für den männlichen Trainingstyp ist es eine Zumutung, das Trainingsgewicht zu reduzieren, um eine bessere, gezieltere und gesündere Bewegungsausführung zu erreichen.

Beide Trainingstypen werden auf lange Sicht Probleme haben, ihr Trainingsziel zu erreichen. Der eine trainiert zu unsauber, mit zu hohem Gewicht und wird sich verletzen, der andere trainiert konsequent unter der nötigen Reizschwelle.
Grundsätzlich kann man auf zwei Wegen sein Ziel erreichen – entweder mit seltenen, kurzen und intensiven Trainingseinheiten oder mit häufigen langen und intensitätsarmen Trainingseinheiten. Beide Wege haben aber eins gemeinsam: Die Intensität muss stets gesteigert werden, um langfristig Erfolg zu haben. Harte und intensive Trainingseinheiten haben den Vorteil, dass mehr Kalorien verbrannt werden und sie verursachen einen Nachbrenneffekt. Der Nachteil ist: Der wahre Effekt einer Trainingsmethode liegt nicht nur in der Intensität, sondern in der Konstanz und Kontinuität über Monate und Jahre. Bei Untrainierten sind drei Dinge zu beachten: Der Trainierende muss erst eine gewisse Trainingsgewohnheit aufbauen, er muss den richtigen Bewegungsablauf erlernen und Erfolge, Spaß und Motivation müssen im Vordergrund stehen.
Sich in den Trainingseinheiten auszulasten fällt vielen schwer, sie verbinden dies mit einer persönlichen Niederlage, mit Schmerzen und dem Gefühl versagt zu haben. Das ist der Grund warum ca. 50 Prozent der Trainingseinsteiger nach ein paar Wochen das Programm wieder abbrechen. Ein intensives Training ist am Anfang auf körperlicher und psychischer Ebene unangenehm, man muss sich an die hohen Belastungen erst gewöhnen. Mit hohen Intensitäten sollte man erst anfangen, wenn man die Technik beherrscht. Die Intensität sollte in kleinen Schritten von Trainingseinheit zu Trainingseinheit gesteigert werden.
Wichtig ist zu verstehen, dass im Alter Krafttraining immer wichtiger wird. Ein erwachsener Mensch verliert zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr ca. 20 Prozent der aktiven Muskelmasse. Die Folgen sind nicht nur eine Zunahme des Körperfetts sondern auch die Muskelkontraktionsgeschwindigkeit und das Zusammenspiel zwischen Muskeln- und Nervensystem nimmt stetig ab. Im Alltag kann sich dies durch gefährliche Stürze und eine verminderte Lebensqualität bemerkbar machen. Der Teufelkreis sieht wie folgt aus: Stürze haben schwere Verletzungen zur Folge und der betroffene traut sich in Folge weniger zu. Derjenige bewegt sich noch weniger, was einen weiteren Abbau von Muskelmasse zur Folge hat.
Ich bin der Meinung, dass Krafttraining eine der wichtigsten Trainingsformen für Männer und Frauen über 50 Jahre ist. Also ran an die Hanteln, auch wenn das Ziel ist Gewicht zu verlieren!
